Donnerstag, 3. April 2008

Abgedreht - Der Film

AbgedrehtIn einschlägigen Feuilletons kam man um diesen Film in den letzten Tagen ja wirklich nicht drumrum, zurecht. Was Michel Gondry (Vergiss mein nicht, Science of Sleep) mit diesem Film zu leisten im Stande ist, kann man nur schwer in Worte fassen.
Der Inhalt ist dabei eigentlich eher Nebensache, dass durch eine paranoide Unachtsamkeit plötzlich eine jede Videokassette in Mr. Fletchers (Danny Glover) Videothek ohne jedes Bild- und Tonsignal dasteht, das Geschäft aber dennoch weiterlaufen muss und sich daraufhin die beiden Freunde Jerry (Jack Black wie immer ganz in seinem Metier) und Mike (Mos Def) auf machen und die Filme in 20min Fassungen einfach nachdrehen, das ist zwar skuril anzusehen, aber nicht die Seele dieses Films. Es ist nur das große Kreativitätsaustoben, das schnelle, mit Esprit abgedrehte auf Bestellung. Aber Kunst wird erst dann wahrhaftig und einzigartig, wenn sie nicht aus einem Zweck, sondern einem Gefühl heraus entstehen kann.
Wenn man dann zum Schluss in die Gesichter der Zuschauer blickt, während sie das betrachten, was sie erschufen, dann ist dort sovielmehr zu finden. Wie sie sich entdecken, sich freuen, wenn sie nur stumm auf die Leinwand schauen, in ihren Gesichtern der flackernde Lichtschein, wenn sie spüren, dass sie für ein paar Minuten Teil eines wahrhaftig aufrichtigen Stückes Film geworden sind, dann sieht man dort ... Ehrfurcht.
In diesem Moment ist der Film und der Film im Film voller Magie aus längst vergangenen Zeiten. Und man versteht und erkennt, wie erfüllend sich alle das anzufühlen vermag.
"Abgedreht" ist eine wundervoll naive, schreiende, dann wieder stille, immer liebevolle und stets aufrichtige Verbeugung vor der Kraft des bewegten Bildes. Dieser Film ist ein Muss, für jeden der Filme liebt und lebt.

Montag, 31. März 2008

Finden Teil 2 ... Neun Stunden

Die Nacht, besser gesagt der Morgen, war zu kurz. was sollte ich bitteschön nach 3einhalb Stunden Schlaf mit mir anfangen??? Wenn nichts geht, gehen immernoch Rituale. Also ab zum Zeitungskiosk und ins Cafe. Aber auch nach einem Kaffee und der ausführlichen Lektüre der von mir so heiß geliebten Berliner Zeitung, der Blues (oder nennt es auch Kater) wollte nicht verschwinden.
Kurz eingeworfen muss ich erwähnen, dass ich seit einigen Tagen wieder im Besitz eines mobilen CD-Abspielgerätes bin, was zur Folge hat, dass ich täglich wieder vor meinem Regal stehe um stimmungstechnisch passende Platten zusammen zu sammeln. An diesem Samstag stapelten sich in meiner Tasche 10 CDs ... und so schwer wie ich meine Tasche packte, so fühlte ich mich auch.
3uhr20 an der WarschauerNaja, und wie ich da so sitze, und erst "New Adventures on HiFi" von REM und danach "Learning how to smile" von Everclear höre, da lässt meine innere Filmmaschinerie nocheinmal alles abspielen. Zugfahrt, an der Warschauerstraße über die Mode der Berliner Partycoolness lachen, das erste ASTRA meines Lebens in der Glühlampe, komischen Leuten beim komische Lieder mitgrölen zusehen, es für eine tolle Idee halten um 3uhr noch in den Magnet zu wechseln, auf dem Weg dahin den wundervollsten Fotofixautomaten der Stadt entern und sich zu sechst reinquetschen (mit der Maßgabe: nett, lustig, sexy, irre ... das Ergebnis siehe Links), in den Club rein, in den Sessel fallen lassen, bei "Die Welt kann mich nicht mehr verstehen" wieder hellwach um kurz darauf mit "little by little" der Gallagher.Combo überrascht zu werden und sich endgültig in diese Nacht, in diese Neun Stunden verlieben. Um 6uhr dann rausgestolpert, bei McDo Katerfrühstück eingenommen und mit der kompletten "Nichts für ungut" von ClickClickDecker auf den Heimweg gemacht.
All das kam wieder hoch ... und zu allem gab es Musik, vorallem anderen und überhaupt bahnte sie sich an die Oberfläche und mir war klar, was zu tun war.
Es ist eigenartig, wie sehr das Erstellen eines Mix die eigene Wahrnehmung auf den Kopf stellen kann. Ich werde hier jetzt nicht damit prahlen, welche Songs und in welcher Reihenfolge und all das, dafür ist mir das Aneinandereihen von Songs zu 79:34 ein zu persönliches Unterfangen, welches nicht in alle Öffentlichkeit gehört. Aber es machte mir erst die ganze Tragweite dieser Nacht bewusst.
Vorher wusste ich nicht Recht what to do with myself, dann gab es Unmengen Musik und Alkohol und was danach noch überlebt ist der letzte Rest an importance of being alive. Die Quintessenz dessen, was am Leben hält, nein nicht Unmengen Alkoholika ... eher das plötzlich wieder das Andere, bereits aus dem Blickwinkel entfleuchte wiederzuentdecken.
Bei mir war es so, dass ich mittlerweile nichts anderes mehr sah, als den Job und Schule und Verpflichtungen. Ich wusste schon gar nicht mehr, wie es sich anfühlen würde aufs Blaue hinein durch die Nacht zu wandern. Aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt, oder?! Zumindestens, wenn man sich darauf einlässt. Und das taten wir. Eine Nacht lang. Und ich höre dich noch sagen: "Das ist der Beginn des Sommers!!!" ... du hattest sowas von Recht.
Irgendwann hab ich aufgehört, damit anzufangen ... weil es immer von alleine beginnen muss. Hallo Sommer 2008 :-)

Finden Teil 1 ... Sehnsucht

Manchmal brauch ich halt eine Weile. Zum Beispiel um über die innere Lähmung hinweg zu kommen, die dafür gesorgt hat, dass hier nichts zum Editors, leipzig, Conne Island, 19.03.2008 Editors Konzert in Leipzig steht (welches wie erwartet gar wundervoll war). Und ich werde auch jetzt nichts mehr darüber schreiben (nur die Setliste an dieser Stelle nachgereicht). Allein deswegen, weil ich den richtigen Zeitpunkt verpasst habe.
Manchmal brauch ich halt eine Weile. Zum Beispiel um verloren geglaubte Genüsse wiederzuentdecken. Altmodische, elegant gemachte und charmant erzählte Filme ansehen tut sooo gut. Karfreitag schaltete ich mich durch das bunte Osterprogramm und auf einmal tat sich vor mir die unendliche Weite russische Steppe auf. Ich begann die kompletten drei Stunden "Doktor Schiwago" zu sehen. Ostersamstag kam dann "Der Clou" mit Paul Newman und Robert Redford. Ein so elegant gemachter Film ist mir schon seit langem nicht mehr vor die Augen gekommen!!!
Während ich mir also des Nachts um 1uhr diesen Film ansehe, frage ich mich plötzlich, wohin den bitte diese Filmmagie verschwunden sein muss. Irgendwann ging so wohl verloren ... irgendwo zwischen dem New American Cinema und der Unterkühlung der 80er Jahre denk ich mal.
Einige Tage später stand mir der Sinn also weiterhin nach großen Gefühlen, nach einem hoffnungslosen Liebesfilm, der diese Magie vllt noch immer besitzt ... also entschloss ich mich "King Kong" zu sehen. Auf DVD, Extended Version, alleine mit dem 5.1 meiner Eltern und einem riesigen Verlangen nach gaaaanz großen Bildern. Ich wurde nicht enttäuscht und glaube nun noch vehementer daran, dass es auch heute noch Leute gibt, die sich dem Kino des Gefühls und nicht des Kommerz wegen verschrieben haben.
Dann wieder back home nach Potsdam ... mit Bright Eyes im Ohr und "Poison Oak" auf Endlosschleife. Wer den Song kennt kann sich ungefähr ein Bild davon machen, wie es in mir aussah.
Und dann ... ja dann kam Freitag. Und es sollte sich eine Menge ändern.

to be continued ...

Freitag, 7. März 2008

Madsen - Frieden im Krieg

Madsen - Krieg im FriedenWie schön, wenn es Alben gibt, die es einfach können. In die Arme nehmen, aber nicht kuschelig, sondern zum zusammen rumspringen, nicht groß schwelgerisch sondern eher den kleinen Moment betrachtend, der dem Hörer ein Lächeln abringt, aber nicht erkämpft, sondern einfach so ... "kurz Luft zu holen, und dem Alltag zu entfliehen".
Dabei ist es das doch, worum es wiedereinmal kreist, die alltäglichen Sorgen und Sehnsüchte. Die Triumphe und das Durchhalten, wenn sie wieder einmal auf sich warten lassen. Wo Madsen draufsteht ist nochimmer Madsen drin. Von den Liedern, die auch locker beim Debut hätten drauf sein können ("Nitro" und "Nachtbaden"), über diese kleinen zwischenmenschlich-beobachtenden Livehymnen ("Liebeslied" und "Du bist wie du bist") bis hin zu bisher ungehörten Stilen wie im schmissig geswingtem "Vollidiot" inklusive melancholischem Bläsersatz. 12 Lieder zum am Stück durchhören und dauerschleifen lassen.
Madsen erfinden sich mit diesem Album nicht neu, aber das möchte man bei solchen Songs auch überhaupt nicht.

Samstag, 1. März 2008

Nada Surf - Live in Berlin

Nada Surf, die scheinbare Lieblingskonsensband unter der "Indie"-Gemeinde spielte gestern Abend im Huxleys, womit auch bereits der erste Nachteil der Veranstaltung benannt wäre.
Ein Saal mit dem Charme eines Konferenzraumes der viel zu sehr hallte und die notwendige Energie in kaum einem Moment transportieren konnte. Dazu eine Lightshow, die diesen Namen nicht verdient, denn Atmosphäre schaffen bedeutet mehr, als immer nur die Intensität ein und der selben Farben zu ändern.
Nun gut, soviel also zu den Umständen für die eine Band eher weniger etwas kann. Was tat selbige denn für das Gelingen des Abends. Zugegebenermaßen nicht soviel. Der Bass walzte sich größtenteils aus den Boxen (obwohl zweifellos locker gespielt), die Stimme von Matthew Caw besaß zwar Tonsicherheit aber keinen Druck (Soundprobleme???).
Als Hauptmanko jedoch muss die Songauswahl genannt werden. So ziemlich alles von aktuellen Album "Lucky" zündete nicht. Nach der Hälfte wurde die Ansage:" This is a Song from our new Record" zum leider eingehaltenen Versprechen für lähmende Eintönigkeit. Es klang nicht präsent genug und nach kurzer Zeit auch austauschbar. Schade.
Erst zum Schluss des Konzertes ging es dann in die "Oldie"-Ecke mit mehr Songs vom Vorgängeralbum "the Weight is a Gift", welche dann wie aus dem Nichts erschienen eine Stärke und Kraft an den Tag legten, die die Masse (und somit beunruhigenderweise auch den Fussboden) in Bewegung brachte.
Beim abschliessenden Blick auf die Setliste wird auch auffallen, dass "Popular" fehlte, dafür aber als zweite Zugabe noch "Immaginary Friends" gespielt wurde.
Alles in allem ein sehr routiniert abgewickelter Gig mit zuwenig herausragenden Stücken, dem ein ausverkaufter ColumbiaClub sicherlich besser getan hätte als die großen Weiten des Huxley.

Hier noch die Setliste vom Nada Surf Berlin-Konzert am 29.Februar 2008 im Huxleys

Nada Surf Setliste Berlin 2008

Donnerstag, 28. Februar 2008

Once - der Film

Once

Das Musik manchmal mehr ist als nur Melodie und Worte, muss dem geneigten Leser wahrscheinlich nicht weiter erläutert werden.
Das ein Film mit Musik manchmal mehr ist als nur Bilder musikalisch zu unterlegen hingegen ist nicht Standard.

"Once" ist eine auf Zelluloid gebannte Liebeserklärung über die Kraft der Musik, erst in zweiter Linie ist es ein Film über die zwischenmenschliche Liebe, eher über zwei Menschen die sich erst begegnen müssen um Inspiration und somit wieder zu sich und ihrem Leben finden.

"Once" ist eine dieser seltenen Glücksmomente, die uns an dem Gefühl teilhaben lassen, was Musik bedeuten kann. Für den, der sie schreibt, spielt und lebt. Glen Hansard spielt diesen Mann, der in nochimmer anhaltender Erinnerung an seine vergangene Beziehung Lieder schreibt, die so wahrhaftig scheinen, weil er sie nicht nur spielt, sondern ausfüllt. Wenn er Abends in einer leeren Fussgängerzone steht und seine eigenen Songs singt ("tagsüber wollen die Leute ja nur bekannte Songs hören, sonst verdient man ja nichts"), dann spürt man als Zuschauer, dass da soviel Seele dahinter steckt, dass man vor Ehrfurcht und Wahrhaftigkeit nicht umhinkommt, augenblicklich zu kapitulieren und diese 85 Minuten Film ins Herz zu schliessen.
Dabei vermeidet Regisseur John Carney jegliche Ablenkung. Er vertraut vollkommen zu Recht dieser Geschichte über zwei Menschen, denen Musik imstande ist ein Obdach zu sein. Zwei Menschen, die dasselbe lieben und uns an ihrer Passion teilhaben lassen ... an ihrer Leidenschaft zur Musik.

Montag, 25. Februar 2008

Stereophonics Live in Berlin

Bereits vor der Halle gibt es die erste Überraschung. Es werden Karten gesucht ... wow denkt der subjektive Beobachter ... doch ausverkauft. Nicht schlecht für drei Waliser, die seit über einem Jahrzehnt straight ihren Stiefel durchziehen, im Pop-Mutterland mit jedem Album die Chartspitze stürmen und doch auf dem Kontinent nie den riesigen Durchbruch gelandet haben ... was vllt auch ganz gut war.
Das Publikum als solches setzt sich dann auch größtenteils aus den Alterschichten Mitt-20er bis Spät-30er zusammen. Keine besonders Indie-sein-wollenden Girlies und Boys die nur da sind um zu zeigen, wie cool sie sind. Nein, da steht eine gestandene, mitgewachsene Gemeinde vor der 12x8m Bühne und harrt der Dinge die da kommen.
Bis kurz vor Beginn des Gigs habe ich die Befürchtung, dass es heute ein doch sehr ruhiges Konzert von Seiten des Publikums werden könnte. Viele Pärchen bauen sich vor mir auf und ich suche mich bereits nach Mitstreitern um, die zwar nicht umbedingt auf Schieben und Drängeln aus sind, aber dennoch eine gehörige Menge Spass investieren und erleben möchten.

Dann ist es soweit. Light's go out und die Band legt los. Und wie!!!
Volle Breitseite auf die Ohren, die Menge geht mit und nach dem dritten Song (A Thousand Trees) hält eine kleine Gruppe und mich nichts mehr in der achten Reihe. Ab nach vorne, da wo die Anderen bereits wie wild am Feiern sind. Die Stimmung nimmt in dem Maße zu, wie der Sauerstoffgehalt abnimmt und besonders die Konzerttouristen von der Insel (dort kostet ein Ticket 35,-- Pfund!!!) sorgen für jede Menge Freude.
Beim Songkatalog wird sich verstärkt von den ersten beiden Alben bedient, sowie natürlich vom aktuellen Longplayer, der ... im Gegensatz zu vielen schlechten Rezensionen, die man so zu lesen bekam ... doch durchaus eine ganze Menge Livepotenzial besitzt.

Selten zuvor habe ich ein konzert besucht, dass "nur" knapp 90min ging und doch alles beinhaltete was einen erschöpfenden Gig ausmacht. Songs en masse zum mitsingen, mitspringen, große pathetische Momente und diese kleinen, wenn man die Augen schliessen muss um diesen Augenblick mit sich und der Melodie im Inneren geniessen zu können.

Diesmal gibt es leider keine Setliste zum rumprollen. So muss und wird halt alles weitere im emotionalen Teil des Gedächtnisses abgespeichert werden. Mal sehen wieviel Platz da noch ist, bei den Konzerten die schon kamen und noch kommen werden?!

Und so sah das dann aus.

Stereophonics live in Berlin/Postbahnhof 23.02.2008 -Dakota


gefunden auf myspace.com/fran_ka

Montag, 18. Februar 2008

BerlinVideoImpression Februar 2008

Ein freier Sonntag. Zuviel im Kopf. Berlin vor der Haustür ... also nichts wie ab in die große Stadt. Und raus kam dann das hier dabei.



Montag, 11. Februar 2008

The Insider

1999 war ein gutes Filmjahr. Es war so gut, dass leider viele Filme nicht die Würdigung erhielten, die sie verdient hätten. In diesem Jahr erschienen "American Beauty", "Matrix", "Gottes Werk und Teufels Beitrag", "Sleepy Hollow", "Magnolia".
Das ist natürlich keine beliebige Liste, es entspricht in ungefähr den Filmen mit den meisten Oscarnominierungen, aber auch denen, die wohl im kollektiven Gedächtnis verankert wurden. Jeder auf seine Weise, sei es das Thema oder die Umsetzung.
The Insider
Ein Film der in dieser Auflistung fehlt, obwohl er 7 Oscarnominierungen erhielt, obwohl er ein packendes (und vorallem auch reales) Thema aufgreift, obwohl er eine Stilistik an den Tag legt, die ihresgleichen sucht und obwohl er mit hochkarätigen Schauspielern besetzt ist, ist "The Insider".

Es ist ein typischer Micheal Mann Film und doch wieder überhaupt nicht. Wer von diesem Regisseur einen weitere Actionfilm a la "Heat" oder "Collateral" erwartet, wird wohl schnell enttäuscht sein, wenn ihm das Psychogramm des kaputtgespielten Jeffrey Wigand (Russell Crowe) präsentiert wird, der bei einer Tabakfirma entlassen wird um daraufhin mehr als nur seinen Job zu verlieren.
Und es geht um Lowell Bergmann (Al Pacino) und sein Fernsehteam vom CBS-Magazin "60 Minutes". Wie hier zwei Welten aufeinander prallen, der um Ordnung bemühte Wigand, dem nach und nach die Kontrolle aus den Händen gleitet, obwohl er doch nur versucht für sich selbst einen Weg zu finden, für den er einstehen kann. Und die Welt der Information, die sich verbiegt und zwangsläufig an ihren eigenen Regeln brechen muss.
Was Pacino und vorallem Crowe in diesem Film abliefern ist mehr als nur Schauspiel, es ist die hohe Kunst dessen, einen Blick in die Seele eines Menschen werfen zu können, der um alles kämpft, was ihm wichtig ist und der doch zusehen muss, wie er nichts gegen sein Schicksal unternehmen kann.
Vielleicht ging das Filmjahr 1999 ja deshalb an diesen 152 Minuten so radikal vorbei, weil es eindeutig kein Mainstream ist. Die Spannung ist hier keine physikalische. Es wird niemand erschossen, es gibt keine hektischen Schnitte, keine Explosionen. Es wird geredet. Auf aller höchstem Niveau! Kein Wort ist zuviel, kein Satz ohne Bedacht gewählt. Alles blosslegend, seziert das Drehbuch die Belastbarkeit der menschlichen Seele.
Es geht in "The Insider" um große Themen. Es geht um Ehre, Anstand, um die Stärke für seine Prinzipien einzutreten, auch wenn man dadurch sehenden Auges alles zu verlieren droht, für was man doch eigentlich kämpfen wollte.
Wer nun nochimmer unschlüssig ist, ob es sich lohnen würde 2einhalb Stunden vor'm Fernseher zu sitzen, der schaue sich bitte noch nachfolgenden Trailer an.

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